Für die Skulptur Projekte Münster 2017 verwandelte der Künstler Pierre Huyghe eine stillgelegte Eislaufhalle in ein komplexes biologisch-technisches System. Unsere Aufgabe bestand darin, präzise steuerbare Klappen in die Decke zu integrieren, die sich in Interaktion mit den anderen Elementen der Installation öffneten und schlossen.
Pierre Huyghe
2017
Skulptur Projekte Münster, Germany
Idee und Klang Audio Design
Architects Norman Kelley
GSTAV Service Technicians
Walters-Storyk Design Group
Prototyping
Softwareentwicklung
Elektronikentwicklung
Interaktionsentwicklung
Controlling
Jan Strempel
Mit einer Vision – und einer Menge Lärm. Während der Aufbauarbeiten schnitt ein anderes Team unaufhörlich die alte Eisplatte auf. Das Kreischen der Maschinen hallte durch die Halle und brachte unser Team fast an den Rand des Wahnsinns. Und von Wahnsinn bis zu Surrealismus ist es ja bekanntlich nicht mehr weit!
Aber Spaß beiseite: Der Boden wurde in geometrischen Formen geöffnet, wodurch Wasserflächen, Lehm und Gestein freigelegt wurden – eine Landschaft, die wie aus einem Traum wirkte. Wir sorgten dafür, dass die Decke bewegliche Klappen bekam, Diese Klappen, gesteuert über Pendelscharniere, nahmen die Form der bestehenden 1970er-Jahre-Deckenverkleidungen auf, doch ihre Beweglichkeit verlieh ihnen eine neue surreale Qualität. Unsere Sensoren erfassten diverse Bewegungen im Raum, auch die eines Pfaus, der als lebendiger Teil des Systems agierte und die riesige Deckenluke steuerte. Mal ließen sie Licht herein und verwandelten die Halle in eine fast sakrale Szenerie, mal klappten sie unerwartet zu, als würde der Raum atmen. Bienen fanden in eigens geschaffenen Lehmbauten ein Zuhause, während Fliegen das fragile Gleichgewicht des entstehenden Ökosystems verdeutlichten.
All das zusammen verlieh dem Raum eine surreale Qualität – irgendwo zwischen Schutzraum und lebendiger Maschine. Und der Lärm? Der gehört jetzt zur Geschichte – genau wie das Eis, das einst diesen Raum prägte.